Spitzenreiter, Spitzenreiter!

Im 5. Spiel der noch jungen Kreisliga-C-Saison 15/16 hat sich der Adler nach holprigem Start ins Spiel gegen den VFR Fischeln 4 reingekämpft und gewinnt am Ende verdient, aber um mindestens ein Tor zu hoch.


Trainer Conrads musste auch dieses Mal umdisponieren, da die beiden 6er des letzten Wochenendes ausfielen. So rutschte Christian Müller nach seiner Abstinenz letzter Woche in die Startformation als Libero, Raschid Hamouchi begann für Stephan Neuhausen auf der “6“. David Rust nahm, nach leichter Verletzungspause in der Vorwoche, neben ihm die Doppel-Sechs die Position ein. Marcel Leineweber, schwer gezeichnet vom Vorabend, machte beim Aufwärmen deutlich nicht spielen zu können. Dafür rückte Max Richter auf die für ihn ungeliebte Rechtsverteidigerposition.

Unter der Woche warnte Adler-Coach Conrads noch vor den bislang überzeugenden Fischelnern und dem für die Gäste aus Nierst ungewohnten Kunstrasen. Zu Beginn des Spiels waren die Adler unter Druck, weil die neuformierte Abwehr lange nach einer gewissen Ordnung suchte und auch die 6er erst ins Spiel hineinfinden mussten. Da man aber nicht schlecht verteidigte dauerte es lange, bis richtige Torchancen heraussprangen. In Minute 34 die erste große Chance für Fischeln, als Nierst in Überzahl links den Ball verliert und dieser nach Rechts in den 16er gelangt. Als alle mit dem Abseitspfiff rechneten versuchte Christian Müller noch zu retten was nicht mehr zu retten war. Er warf sich in die Schussfinte, der Rechtsaußen legt den Ball in die Mitte und der dort freistehende Kapitän der Fischelner schießt locker ins verwaiste Tor ein. Die Führung bis hier hin absolut nicht unverdient, der VFR war bissiger und besser im Spiel.


Das Tor war aber auch ein „Hallo-Wach“ für den nun auf den Ausgleich drängenden Adler. Nach 42 Zeigerumdrehungen wird Tim Helesky nach feinen Solo unfair daran gehindert in den 16er einzudringen, eine Karte für den Verteidiger zeigte der Schiri aber nicht. Wenigstens gab es aus rund 18 Metern Torentfernung links vom Torwart eine schöne Freistoßmöglichkeit. Am Ball stehen Sebastian “Feinfuss“  Janßen und David “die Schusshaltung“ Rust. Hier war aber Feingefühl gefragt, sodass Sebastian Janßen den Ball unwiderstehlich mit links über die Mauer hebt und zum verdienten Ausgleich netzt. 3 Minuten später, just vor dem Halbzeitpfiff, gab es wieder Freistoß für den Adler, nachdem ein Fischelner den Ball nahe der Eckfahne an den Arm bekommt. Dieser wird wiederum von Sebastian Janßen ausgeführt und mit viel Schnitt in den 16er getreten, wo der Ball wie in einem Flipper von einem Bein ans nächste springt. Am Ende ist es Tim Freitagsmüller, der aus rund 12 Metern, auf seinem Lieblingsgeläuf die Ruhe und Übersicht behält, und für die Gäste zum bis hierher glücklichen 1:2 ein trifft.


Nach der Halbzeit dann ein anderes Bild. Hinten stand der Adler wieder deutlich besser, die Zuordnung stimmte und die Krefelder zahlten dem hohen läuferischen Aufwand und ständigem Pressen Tribut. In Minute 52 erzielte der Adler das 3:1 nach einer Co-Produktion der beiden 6er. Rachid Hamouchi wurde mit dem Rücken zum Tor am 16 angespielt und legte den Ball als Wandspieler auf David Rust zurück, der mit seiner unnachahmlichen Schusstechnik und dem “schwachen“ Linken den Ball direkt innen neben den Pfosten setzte. Ein toller Schuss, da passte keine Zeitung dazwischen.


Von nun an begann Fischeln mit weiten Bällen zu agieren, die immer wieder von der guten Adler-Defensive herausgeköpft wurden. Das Spiel plätscherte dahin, wobei Tim Helesky noch am Krefelder Fänger scheiterte, als er den Ball Volley aus  direkter Tornähe nahm und der Goalie mit einer Riesenparade den Ball zur Ecke lenken konnte. Nach 70 Minuten dann, so dachten alle, die Vorentscheidung durch Tim Freitagsmüller nach toller Ballstafette der Nierster Offensive. Der sich durchbeißende Stephan Günther verliert den Ball und erkämpft sich diesen mit seinen 55 Kg Lebendgewicht zurück, spielt das runde Leder zum 1:1-Schützen Basti Janßen. Dieser steckt durch auf den Torschützen zum 3:1, David Rust. Der geht nicht ins 1-gg-1 mit dem herausstürmenden Torwart, sondern legt überlegt quer zum Torschützen des 2:1, Tim Freitagsmüller, der den Ball nur noch über die Linie drücken muss. Alle bisherigen Torschützen in kongenialer Zusammenarbeit also zum 4:1.


Aber die Wiese war noch nicht gemäht! Nun begann Fischeln mit dem Alles-oder-Nichts-Spiel, wobei lange nicht viel dabei herauskam. Die Nierster Abwehr ließ einfach nicht viel zu. Plötzlich aber eine Flanke von rechtsaußen des VFR, Kopfballduell aus 5 Metern. Der Kopfball geht hart Richtung Nierster Gehäuse, aber der glänzend aufgelegte Nierster Schlußmann Christopher Daub lenkt mit einer unglaublichen Parade den Ball an den Pfosten, von wo der Ball ins Feld springt und geklärt werden kann. 10 Minuten vor Schluß ein 2:4 und es wäre nochmal richtig heiß geworden.


Nierst verwaltete bis Minute 89 bravurös, musste nun aber einem unnötigen Freistoß aus dem Halbfeld entgegen blicken. Dieser gelangt über 6 Nierster hinweg an den 2. Pfosten wo der Stürmer des VFR nur noch den Fuß hinhalten muss. Es sollte kein Gegentor mehr fallen und in der allerletzten Aktion des Spiels spielt Linksverteidiger Tobias Neumann einen Weltklassepass 40 Meter diagonal über den Platz auf den durchstartenden Tim Helesky, der den 5-2 Sieg des Adlers perfekt machte.

 

Tore: Janßen, Freitagsmüller 2x, Rust, Helesky

Vorlagen: Rust, Hamouchi, Neumann (und was für eine!)

Gelbe Karten: Helesky und Janßen wegen Meckerns, Hamouchi wegen taktischem Foul


Fazit: Schwerer Start und weniger Engagement als der Gegner in den ersten 30 Minuten, eine Initialzündung mit dem Gegentor ließ Nierst erwachen und man gewann verdient, aber zu hoch gegen starke Fischelner, die sich am Ende des Jahres im oberen Tabellendrittel wiederfinden dürften.

 

Ausblick: Kommendes Wochenende um 13:00 Uhr kommt mit Viktoria Krefeld 2 eine Mannschaft, die bisher nur eine Niederlage bei 4 Siegen aufzuweisen hat und damit nur 3 Punkte hinter Nierst rangiert. Außerdem treffen die beiden stärksten Abwehrreihen (Nierst 4, Viktoria 6 Gegentore) aufeinander. Es wird ein richtiges Topspiel am Kullenberg und die Adler würden sich über ganz viel Unterstützung freuen!


(CM)

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