Gewonnen und doch gefühlt verloren

Mit viel Kampf und dem 9. Sieg in Serie gegen ein starkes Thomasstadt Kempen konnte sich der FC Adler Nierst von den Verfolgern absetzen.

 

Willi Conrads machte die lasche Einstellung zu Beginn schon Sorgen, als er in seiner Kabinenansprache auf die beiden sehr starken Stürmer von Kempen hinwies. Kempen sollte man ernst nehmen, denn die Ergebnisse gegen oben stehende Mannschaften können sich sehen lassen (nur 4:2 gegen Anrath und knapp 2:1 gegen Bockum verloren).

Ohne Rust und Hofmann, beide vom Vorabend schwer gebeutelt nach toller Leistung an der Theke, geschah dann in Minute 2 der erste Aufreger, als Tim Helesky sich auf rechts in den 16 kurvt und in die Mitte flankt. Der nicht als Kopfballungeheuer bekannte Sebastian Janßen jagt den Ball aus 5 Metern  an die Latte, den Nachkopfball setzte Stefan Günther aus 2 Metern über das Gehäuse. Was hätte den nervös wirkenden Adlern das Tor gut getan… Danach war das Bild stark von einer extrem tief stehenden Kempener Elf und den immer wieder zu verspielten Nierstern geprägt, die zwar vor oder in den 16er kamen, aber ohne den letzten Pass an den Mann zu bringen. So musste für den 2. Alutreffer des Tages ein Freistoss aus rund 25 Metern herhalten, den Janßen um die Mauer zog und an den linken Torpfosten setzte.


In Minute 28 das 1:0 durch eine feine Eigenleistung Heleskys, der den Ball leicht abgefälscht aus rund 11 Metern links versetzt ins rechte Toreck einschweißte.  Im Nachgang machte Kempen immer durch die beiden lauffreudigen und agilen Stürmer Druck, sodass das 1:1 nicht unbedingt aus heiterem Himmel fiel. Max Richter mit einem schlechten Pass nach vorne in die Arme des Goalies. Dieser jagt den Ball über den kompletten Platz, während sich Richter noch mit Kapitän Helesky über die Qualität des vorher gespielten Balles unterhielt. So wurde Libero Christian Müller gezwungen in den Abschlag zu springen, unterläuft diesen katastrophal und der Stürmer bedankt sich nach 2 Fehlern von Nierst zum 1:1.


In der Halbzeitpause dann der Wutausbruch des Jahres von Conrads noch auf dem Kunstrasen. Er warf seinen Mannen Unlust vor, was man ihm nicht verdenken konnte. Jedoch muss man auch dem Adler zugutehalten, dass Kempen mit 7 Mann im 16er verteidigte und es dadurch nicht einfach war sich durchzukombinieren.

 

In Halbzeit 2 ist der Adler dann besser im Spiel, was auch an den neu gekommenen Tobias Pühl und Max Frangen lag. Dadurch stand der Adler hinten besser und konnte mehr nach vorne wagen. Man versuchte es immer wieder über die Außen, die nun mehr ins Spiel eingebunden wurden. Tim Helesky marschiert nach einem Traumpass von Leineweber die rechte Seite entlang an die Grundlinie, legt perfekt in den Rückraum und Stefan Günther schiebt im Vollsprint aus 10 Meter ein.  Günther avancierte zum Matchwinner, als er nur eine Minute später zum 3:1 aus Adlersicht traf, nachdem abermals Tim Helesky als Vorlagengeber glänzte. Im Anschluß konnte sich der Kempener Torwart noch auszeichnen, die Abwehr vom Adler präsentierte sich nun wacher und abgeklärter als noch in Durchgang 1, sodass kein Schuß mehr für Timo Ostermann zu parieren war.


In der Kabine freute man sich über den erkämpften 3:1-Sieg, der zwar nicht herausragend war aber immerhin erreicht wurde. Trotzdem wurde man das Gefühl nicht los, dass man verloren hätte. Vielleicht ist die Erwartungshaltung auch zu hoch, dass man jeden Gegner jedes Wochenende vom Platz fegt. Nun steht man 5 Punkte vor dem 2. der Tabelle, der am kommenden Wochenende in Nierst zu Gast sein wird: Viktoria Anrath. Mehr Topspiel geht nicht!

 

Tore: Helesky, Günther (2x)

Vorlagen: Helesky (2x)

Karten: Helesky, Müller

 

(CM)

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